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Politik und Weltgeschehen
- Aurelian wird römischer Kaiser
- Alamannen fallen in Oberitalien ein, wo sie bei Fano von Kaiser L. Domitius Aurelianus geschlagen werden.
- Funan und Champa führen gemeinsam einen Krieg gegen China um die Provinz Tongking.
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- Plotin, ein griechischer Philosoph, der als Begründer des Neuplatonismus gilt ( - um 205)
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Kategorie:270
Römische KaiserDie Liste der römischen Kaiser bietet einen systematischen Überblick über die römische Kaiserzeit. Sie enthält alle Kaiser des Römischen Reiches von Augustus, der im 1. Jahrhundert v. Chr. den Prinzipat begründete, bis Romulus Augustulus, der als letzter Römer im Westen diesen Titel führte und 476 abgesetzt wurde. In Ostrom bestand das Kaisertum hingegen bis 1453 fort.
Frühe und hohe Kaiserzeit
- Augustus (27 v. Chr.–14 n. Chr.)
- Tiberius (14–37)
- Caligula (37–41)
- Claudius (41–54)
- Nero (54–68)
- Galba (68/69)
- Otho (69)
- Vitellius (69)
- Vespasian (69–79)
- Titus (79–81)
- Domitian (81–96)
- Nerva (96–98)
- Trajan (98–117)
- Hadrian (117–138)
- Antoninus Pius (138–161)
Die antoninische Dynastie
- Lucius Verus (161–169)
- Mark Aurel (161–180)
- Avidius Cassius, Gegenkaiser (175)
- Commodus (180–192)
- Pertinax (193)
- Didius Julianus, Auktionskaiser (193)
- Pescennius Niger, Gegenkaiser (193/194)
- Clodius Albinus, Gegenkaiser (193–197)
- Septimius Severus (193–211)
- Geta (211)
- Caracalla (211–217)
- Macrinus (217/218, kein Severer)
- Diadumenianus, Mitkaiser (218)
- Elagabal (218–222)
- Uranius, Gegenkaiser
- Gellius Maximus, Gegenkaiser (219)
- Verus, Gegenkaiser (219)
- Seleucus, Gegenkaiser (nach 221)
- Severus Alexander (222–235)
- Seius Sallustius, Gegenkaiser (um 227)
- Taurinus, Gegenkaiser
- Maximinus Thrax (235–238)
- Magnus, Gegenkaiser (235)
- Quartinus, Gegenkaiser (235)
- Gordian I. und Gordian II. (238)
- Balbinus und Pupienus (238)
- Gordian III. (238–244)
- Sabinianus, Gegenkaiser (240)
- Philippus Arabs (244–249)
- Philippus Caesar, Mitkaiser (247–249)
- Pacatianus, Gegenkaiser (248)
- Iotapianus, Gegenkaiser (248)
- Silbannacus, Gegenkaiser
- Sponsianus, Gegenkaiser
- Decius (249–251)
- Priscus, Gegenkaiser (249–252)
- Licinianus, Gegenkaiser (250)
- Herennius Etruscus, Mitkaiser (251)
- Hostilian, Mitkaiser (251)
- Trebonianus Gallus (251–253)
- Volusianus, Mitkaiser (251–253)
- Aemilianus (253)
- Valerian (253–260)
- Uranius Antoninus, Gegenkaiser (253/254)
- Gallienus (253–268)
- Ingenuus, Gegenkaiser (260)
- Regalianus, Gegenkaiser (260)
- Ballista, Gegenkaiser (261)
- Piso, Gegenkaiser (261)
- Valens Thessalonicus, Gegenkaiser (261)
- Memor, Gegenkaiser (261)
- Macrianus Maior, Macrianus Minor, Quietus, Gegenkaiser (260/261)
- Mussius Aemilianus, Gegenkaiser (261/262)
- Aureolus, Gegenkaiser (268)
- Postumus (259–268)
- Laelianus, Gegenkaiser (268)
- Marius (268)
- Victorinus (268–270)
- Domitianus, Gegenkaiser (271)
- Tetricus I. (270–273)
- Tetricus II., Caesar (270–273)
Späte Soldatenkaiser
- Claudius Gothicus (268–270)
- Censorinus, Gegenkaiser (269/270)
- Quintillus (270)
- Aurelian (270–275)
- Vaballathus, Gegenkaiser (270–272)
- Domitianus, Gegenkaiser (270/271)
- Felicissimus, Gegenkaiser (271)
- Septimius, Gegenkaiser (271)
- Urbanus, Gegenkaiser (um 271)
- Firmus, Gegenkaiser (273)
- Tacitus (275/276)
- Florianus (276)
- Probus (276–282)
- Saturninus, Gegenkaiser (280)
- Proculus, Gegenkaiser (280)
- Bonosus, Gegenkaiser (280)
- Celsus, Gegenkaiser
- Trebellianus, Gegenkaiser
- Carus (282/283)
- Carinus (283–285)
- Numerian, Mitkaiser (283/284)
- Marcus Aurelius Julianus, Gegenkaiser
- Diokletian (284–305)
- Maximian, Caesar (285/286), Augustus (286–305)
- Carausius († 293), Gegenkaiser im britischen Sonderreich
- Allectus († 296), Gegenkaiser im britischen Sonderreich
- Galerius, Caesar (293–305), Augustus (305–311)
- Constantius I., Caesar (293–305), Augustus (305/306)
- Lucius Domitius Domitianus, Gegenkaiser (296 oder 297/298)
- Konstantin I., Caesar (305/306), Augustus (306–337)
- Severus, Caesar (305/306), Augustus (306/307)
- Maximinus Daia, Caesar (305–308), Augustus (308–313)
- Licinius, (307–324)
- Maxentius, (306–312)
- Domitius Alexander, Gegenkaiser (308/309)
- Konstantin I. (alleine 324–337)
- Dalmatius, Mitkaiser (335–337)
- Hannibalianus, Rex Regum (335–337)
- Konstantin II. (337–340)
- Constans (337–350)
- Constantius II. (337–361)
- Magnentius, Gegenkaiser (350–353)
- Nepotianus, Gegenkaiser (350)
- Vetranio, Gegen-/Mitkaiser (350)
- Constantius Gallus, Mitkaiser (353/54)
- Silvanus, Gegenkaiser (355)
- Julian Apostata (361–363)
Ende der konstantinischen Dynastie
- Jovian (363–364)
- Valentinian I., Kaiser im Westen (364–375)
- Procopius, Gegenkaiser (364/365)
- Valens, Kaiser im Osten (364–378)
- Firmus, Gegenkaiser (372–375)
- Gratian, Kaiser im Westen (375–383)
- Valentinian II., Kaiser im Westen (375–392)
- Magnus Maximus, Gegenkaiser (383–388)
- Flavius Victor, Gegenkaiser (384–388)
- Eugenius, Gegenkaiser im Westen (392–394)
- Theodosius I. (Kaiser im Osten 379–394, Alleinherrscher 394/395)
Reichsteilung
- Honorius (395–423)
- Konstantin III., Gegenkaiser (407–411)
- Priscus Attalus, Gegenkaiser (409–410 und 414/415)
- Maximus, Gegenkaiser (409–411 und 418–421)
- Jovinus, Gegenkaiser 411–412)
- Constantius III., Mitkaiser (421)
- Johannes (423–425, im Osten nicht anerkannt)
- Valentinian III. (425–455)
Ende der theodosianischen Dynastie im Westen
- Petronius Maximus (455)
- Avitus (455/456)
- Majorian (457–461)
- Libius Severus (461–465)
Interregnum
- Anthemius (467–472)
- Olybrius (472)
- Glycerius (473/474)
- Julius Nepos (474/475, in Illyrien bis 480)
- Romulus Augustus (475/476)
Die oströmischen Kaiser bis 565
- Arcadius (395–408) (Sohn Theodosius I.)
- Theodosius II. (408–450)
- Markian (450–457)
Ende der theodosianischen Dynastie im Osten, wobei Markian nur „adoptiert“ war.
- Leo I. (457–474)
- Leo II. (474)
- Zeno (474–491)
- Anastasios I. (491–518)
- Justin I. (518–527)
- Justinian I. (527–565)
Justinians Tod ist eines der möglichen Enddaten der Spätantike.
Bezüglich der weiteren Kaiser des Ostreiches siehe Liste der byzantinischen Kaiser
Literatur
- Manfred Clauss (Hg.): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997.
- Dietmar Kienast: Römische Kaisertabelle. Grundzüge einer römischen Kaiserchronologie, 2. Auflage, Darmstadt 1996.
- Klaus-Jürgen Matz: Wer regierte wann? Regententabellen zur Weltgeschichte, dtv, 6. Auflage, München 2002, S. 38-41.
Weblinks
- [http://www.roman-emperors.org/ Eine von Fachleuten erstellte Online-Enzyklopädie der Römischen Kaiser (englisch)]
- [http://www.imperiumromanum.com/ Internetlexikon über das antike Rom mit relativ ausführlichen Artikeln zu den Römischen Kaisern (deutsch)]
Siehe auch
- Römische Kaiserzeit
- Portal und Themenliste Rom
- Byzantinische Kaiser
- Römisches Reich
- Kalender (Römisches Reich)
- Liste der römischen Konsuln
- Römische Kaiserportraits
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Kaiser (Rom)
ja:ローマ皇帝一覧
ko:로마 황제 연대표
AlamannenDie Alamannen oder Alemannen sind ein westgermanischer Stammesverband. Ihr Siedlungs- und Herrschaftsgebiet wurde im Frühmittelalter als Alamannien bezeichnet. Die Bedeutung des Namens, der erstmals 289 n. Chr. in seiner lateinischen Form Alamanni (später auch Alemanni) erscheint, ist umstritten. Wahrscheinlich bedeutet er einfach «die Männer allgemein». Denkbar sind jedoch auch «alle (wehrfähigen) Männer» oder abwertend «zusammengelaufene, vermischte Männer». Der historische Stammesverband der Alamannen ging über in den altdeutschen Stamm der Schwaben. Heute bezeichnen sich ein Teil der Bewohner im süddeutschen Raum als «Alemannen». Sie sprechen Dialekte, welche in der Linguistik als Alemannischen Dialekte bezeichnet werden und pflegen «alemannisches» Brauchtum wie die Alemannische Fasnacht. In Baden-Württemberg grenzen sich die Bewohner des alten Baden oft als «Alemannen» gegen die «Schwaben» aus Württemberg ab.
Herkunft der Alamannen
Die Alamannen bildeten sich wahrscheinlich im 3. Jahrhundert n. Chr. aus verschiedenen elbgermanischen und suebischen (verm. Semnonen, Juthungen usw.) Stammesgruppen, Heerhaufen und Gefolgschaften im Gebiet zwischen Rhein, Main und Lech. Die früher oft geäusserte Vermutung, die Alamannen hätten sich im inneren Germaniens gebildet gilt heute als überholt. Gesicherte Erkenntnisse darüber gibt es jedenfalls keine, da nur archäologische Funde und keine schriftlichen Quellen vorliegen. Die Deutung des Namens als «die Männer allgemein» nach dem römischen Historiker Asinius Quadratus wäre so zu deuten, dass damit ein Unterschied zu den nach spezifischen Stämmen unterschiedenen Männern gemacht wurde. Er verweist also auf die Entstehung des Volkes durch die Vermischung von Männern (mit ihren Sippen) aus verschiedenen Stämmen. Die Alamannen gliederten sich in die Bucinobantes, Brisigavi, Lentienses, Raetovarii und Juthungen. Bis um 500 wurden Alamannen und Sueben ebenfalls unterschieden. Es ist anzunehmen, dass der alte Name Sueben zum Teil weiter verwendet wurde. Er taucht später wieder auf, als das Siedlungsgebiet der Alamannen, das bis dahin als Alamannia betitelt worden war, im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zum Herzogtum Schwaben wurde.
Der Name Alamannen wird pars pro toto (ein Teil [steht] für das Ganze), im Französischen (les Allemands), im Türkischen (Almanlar), im Spanischen (los alemanes) und im Portugiesischen (os alemães) als Bezeichnung für die Deutschen verwendet.
Siehe auch: Liste der germanischen Stämme, Schwaben
Geschichte
Die Stammesbildung der Alamannen fand wahrscheinlich erst im fortgeschrittenen 3. Jahrhundert statt. Der Einfall der Alamannen nach Italien und Gallien unter dem König Chrocus 268 n. Chr. soll gemäss den Berichten von Gregor von Tours (Historia Francorum, lib. I, 32-34) das Land völlig verwüstet zurückgelassen haben. Kaiser Gallienus gelangen es mehrmals (259 bei Mailand und 260 bei Augsburg) die Alamannen zu bezwingen, dennoch konnte das Römische Reich danach den Limes und damit das Gebiet nördlich und östlich des Rheins in Süddeutschland, das Dekumatland nicht mehr halten. Das Dekumatland war wohl schon zuvor von verschiedenen germanischen bzw. alamannischen Sippen unter römischer Duldung oder Förderung besiedelt worden, da es sich hier um ein vernachlässigtes, strukturschwaches und krisengeschütteltes Grenzgebiet handelte. Die alamannischen Ansiedlungen entstanden oftmals in oder bei den Ruinen der römischen Kastelle und Villen. Vereinzelt wurden auch so genannte Höhenburgen errichtet wie auf dem Glauberg und Runden Berg bei Bad Urach. Am 21. April 289 n. Chr. hielt Mamertinus in Augusta Treverorum (Trier) eine Lobrede auf Kaiser Maximianus und erwähnte dabei die Alamanni. Dies ist die erste zeitgenössische Erwähnung der Alamannen. Ab 289 ist für das Gebiet nördlich des Rheins die Bezeichnung Alamannia nachweisbar. Eine erste Nennung der Alamannen zum Jahr 213, als nach dem römischen Historiker Dio Cassius Kaiser M. Aurelius Antoninus Caracalla nach einem Sieg über die Alamannen den Beinamen Alamannicus angenommen haben soll, ist nicht zeitgenössisch und deshalb unzuverlässig.
Vom ehemaligen Dekumatland aus unternahmen die Alamannen wiederholte Raubzüge in die angrenzenden Provinzen des römischen Reiches Raetia und Maxima Sequanorum, aber auch bis weit nach Gallien hinein. Sie erlitten dabei wiederholt Niederlagen gegen römische Heere, so durch Kaiser Constantius 298 bei Langres und bei Vindonissa (Windisch). Nach der verlustreichen Schlacht bei Mursa 351 zwischen dem gallischen Usurpator Magnentius und Kaiser Constantius II. brachen die Franken und Alamannen gemeinsam über die Rheingrenze. Die Alamannen besetzten die Pfalz, das Elsass und die Nordostschweiz. Erst der Sieg des Caesar (Unterkaiser) Julian in der Schlacht von Argentoratum (Straßburg) 357 gegen die vereinigten Alamannen unter Chnodomar sicherte die Rheingrenze erneut. Während der Regierungszeit Kaiser Valentinians I. gelang es den Alamannen zweimal, 365 und 368, ins Reichsgebiet einzudringen und unter anderem Mogontiacum (Mainz) zu plündern. Nach einem Vergeltungsfeldzug, der 369 Valentinian I. den Beinamen Alamannicus einbrachte, ließ er die Rheingrenze durch eine neue Reihe von Kastellen sichern, so in Altrip, Breisach am Rhein und gegenüber von Basel (Robur). Die Grenze am Hochrhein wurde mit einer Kette von Wachttürmen (burgi) verstärkt. 374 schlossen die Alamannen unter ihrem König Makrian einen dauerhaften Frieden mit Valentinian I. Dennoch musste sein Nachfolger, Kaiser Gratian 378 wiederum einen Feldzug gegen die Alamannen führen, der als letzter Vorstoß römischer Truppen über die Rheingrenze gilt. Danach standen die Alamannen in einem Foederaten-Verhältnis mit dem römischen Reich.
Die Usurpation durch Magnus Maximus in Britannien und der Krieg mit den Franken erlaubte 383 einen Einbruch der Alamannen in Rätien, das Kaiser Valentinian II. nur mit Unterstützung der Alanen und der Hunnen wieder sichern konnte. Weitere interne römische Machtkämpfe unter Kaiser Theodosius I. schwächten die römische Position am Rhein. Dem Heermeister Stilicho gelang es zwar 396/398, die Verträge mit den Alamannen zu erneuern, dennoch musste er zum Schutz Italiens vor den Goten ab 401 die römischen Truppen von der Reichsgrenze abziehen. Es scheint nach neuesten Erkenntnissen danach jedoch nicht zu einem sofortigen «Alamannensturm» in die ehemals römischen Gebiete gekommen zu sein. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass die föderierten Alamannen zumindest eine Zeit lang noch die Grenze schützten. Insbesondere Rätien wurde als «Schutzschild Italiens» noch bis Mitte des 5. Jahrhunderts verteidigt: Römische Truppen wehrten 430 unter Flavius Aetius und 457 unter Kaiser Majorian alamannische Einfälle nach Rätien und Italien ab. Gallien war den Plünderungszügen der Alamannen hingegen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert und wurde gemäss dem Chronisten Fredegar nach 406 wiederholt verwüstet.
Ab 455 setzte eine West- und Ostexpansion der Alamannen nach Gallien und Noricum ein, über die nur ungesicherte Informationen vorliegen. Ein Konflikt mit den benachbarten Franken führte nach Gregor von Tours zwischen 496 und 507 zur entscheidenden Niederlage der Alamannen bei Zülpich gegen den fränkischen König Chlodwig I.. Chlodwig habe danach in Zusammenhang mit diesem Sieg den christlichen Glauben angenommen. Die Alamannen fielen danach unter die Hoheit der Franken und der Ostgoten. 536/537 überließ der Ostgotenkönig Witigis dem Frankenkönig Theudebert I. unter anderem Churrätien und das Protektorat über «die Alamannen und andere benachbarte Stämme». Damit befanden sich alle Alamannen unter fränkischer Herrschaft.
Siehe auch: Römisches Reich, Spätantike, Fränkisches Reich, Heiliges Römisches Reich, Geschichte der Schweiz
Alamannien – Königreich und Herzogtum
Geschichte der Schweiz
Bis 496/497 herrschte ein König (rex) oder ein Herzog (dux) über die Alamannen, manchmal auch mehrere gleichzeitig über verschiedene Teile des Stammes. Die Titel wurden ihnen von römischen Chronisten zugeordnet. Mit der Unterwerfung der Alamannen durch die Franken endete deren Souveränität und es wurden unregelmäßig durch den fränkischen König Herzöge für das alamannische Gebiet eingesetzt. Eine lückenlose lineare Liste zu erstellen ist aufgrund der Quellenlage jedoch nicht möglich.
Alamannien wurde durch seinen autonomen Status im Frankenreich als Herzogtum in einem Gebiet gefestigt, das wohl grösstenteils mit dem späteren Herzogtum Schwaben übereinstimmt. Das Elsass wurde jedoch meist als eigenes Herzogtum geführt und gehörte eigentlich nicht zu Alamannien. Die Herzöge stammten verschiedentlich noch aus vornehmen alamannischen Familien und standen nicht immer in Konkurrenz zu fränkischen Adligen. So gründete z.B. ein alamannischer Herzog zusammen mit dem fränkischen Hausmeier das Kloster Reichenau. Der Schwerpunkt des fränkischen Herzogtums lag im Gebiet südlich des Hochrheins und im Bodenseegebiet. Die Franken mussten wiederholt gegen aufständische alamannische Herzöge ins Feld ziehen. Im so genannten Blutsgerichtstag zu Cannstatt 746 wurde der Widerstand endgültig gebrochen: Das Herzogtum Alamannien wurde aufgehoben und direkt von den Franken beherrscht. Damit verschwand der alamannische Herzogstitel längere Zeit. Allerdings versuchte Kaiser Ludwig der Fromme seinem Sohn Karl zwischen 829 und 838 ein KönigreichAlamannia zu schaffen. Im 10. Jahrhundert wurde das ostfränkisch/deutsche Herzogtum Schwaben gegründet, für das die lateinischen Bezeichnungen Suevia und Alamannia bis weit ins Hochmittelalter gleichbedeutend verwendet wurden. Dieses Herzogtum lässt sich einigermassen eingrenzen. Auch ist seine fränkische Gaueinteilung einigermassen gesichert. Umstrittene Gebiete waren nach wie vor das Elsass und der Aargau, die vom benachbarten Herzogtum Lothringen bzw. vom Königreich Burgund beansprucht wurden. Nach dem Schwabenkrieg 1499 wurde Alamannien nur noch für den südlich des Rheins gelegenen, eidgenössischen Teil des alten Herzogtums verwendet.
Siehe weiter: Herzogtum Schwaben, Geschichte der Schweiz
Die Religion der Alamannen
Die Alamannen verehrten noch im 5. Jahrhundert die altgermanischen Gottheiten, hauptsächlich den Ziu. Nach der Eroberung durch die Franken setzte die Missionierung der Alamannen ein, insbesondere durch den irischen Missionar Kolumban und seine Gefolgsleute. Sie gründeten die Klöster St. Gallen (614), St. Trudpert, Säckingen und Reichenau (724). In Alamannien bestanden noch aus römischer Zeit Bischofssitze in Basel (früher in Augusta Raurica bei Basel), Konstanz, Straßburg und Augsburg. Die kirchlichen Verhältnisse wurden zum ersten Mal in der Lex Alamannorum, einer frühen Kodifikation des alamannischen Rechts im 7. Jahrhundert festgelegt. Es gab wahrscheinlich eine ununterbrochene Existenz von Christen in den alten römischen Gebieten südlich und westlich des Rheins, zumindest in den Städten und in den Alpentälern. Untergegangen war in Alamannien seit der Römerzeit nur der Bischofssitz in Vindonissa (Windisch).
Siehe weiter: Germanische Mythologie
Siedlungsgebiet der historischen Alamannen und der heutigen Alemannen
Germanische Mythologie
Betreffend das Siedlungsgebiet der Alamannen gilt es klar zu unterscheiden zwischen denjenigen Gebieten, in denen archäologische Funde und Flurnamen auf eine mindestens zeitweise Ansiedlung von alamannischen Sippen deuten und denjenigen Gebieten, die von den Sprechern der modernen alemannischen Dialekte bewohnt werden. Die Flurnamen und Funde liegen zwischen Mainz, Würzburg, Alpennordkamm, Vogesen und jenseits der Burgundischen Pforte in der Franche-Comté bis Dijon. In der Schweiz bildet der Raum zwischen Bern und Freiburg im Üechtland im Westen und der Walen- und Bodensee die Grenze. Die Linguistik bezeichnet eine Reihe von heutigenoberdeutschen Sprachen bzw. Großdialekten, die auf den Volksstamm der Alamannen zurückgehen als «Alemannisch». Die Alamannen vermischten sich in den von ihnen besiedelten Gebieten mit der bereits ansässigen romanisierten keltischen Bevölkerung, wobei sich meist das Alamannische als Umgangssprache durchsetzte. Vor allem das Rätoromanische wurde und wird bis heute von den alamannischen Dialekten im Alpenraum stark zurückgedrängt. Manche Gebiete wie das Wallis wurden erst im Mittelalter von alamannischsprechenden Siedlern erschlossen. Gegenüber dem Französischen ist eher ein umgekehrter Trend festzustellen, insbesondere im Elsass und im Raum Neuenburg und Freiburg im Üechtland scheint sich das Alemannische eher zurückzuziehen.
Siehe weiter: Alemannische Dialekte, Schwäbisch-alemannische Fastnacht, Alemannischer Separatismus
Museen
- Alamannenmuseum Ellwangen
- Alamannenmuseum Weingarten
- Württembergisches Landesmuseum in Stuttgart
Literatur
- R. Christlein: Die Alamannen. Archäologie eines lebendigen Volkes, Stuttgart u.a. 1978.
- K. Fuchs, M. Kempa, R. Redies: Die Alamannen (Ausstellungskatalog), Verlag Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3806215359.
- D. Geuenich: Geschichte der Alemannen, Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3170182277 / ISBN 3170120956.
- D. Geuenich: Die Franken und die Alemannen bis zur "Schlacht bei Zülpich" (496/497), Reallexikon der Germanischen Altertumskunde - Ergänzungsband 19, Mainz 1998.
- W. Müller: Zur Geschichte der Alamannen (Wege der Forschung), Darmstadt 1979.
- Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, Sp. 263 ff. (mit Literaturübersicht).
- P. Paulsen: Alamannische Adelsgräber von Niederstotzingen Kr. Heidenheim, Bd. I und II Veröffentlichungen des staatlichen Amtes für Denkmalpflege Stuttgart, Verlag Müller & Gräff, Stuttgart.
- H. Siebenmorgen u.a.: Imperium Romanum. Römer, Christen, Alamannen - Die Spätantike am Oberrhein. Herausgegeben vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe, Stuttgart 2005.
- B. Krusch (Hg.): Fredegarii et aliorum Chronica. Vitae sanctorum. Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 1888, Nachdruck 1984
- Gregor von Tours: Zehn Bücher Geschichten, Bd.1, Buch 1-5, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991, ISBN 3534068092
- R. Wörner: Das alamannische Ortsgräberfeld von Oberndorf-Beffendorf, Kreis Rottweil / Renate Wörner, Stuttgart 1999. (=Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg ; 44) Zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 1996.
Weblinks
- [http://www.archaeologie-online.de/thema/2001/01/index.php3 Archäologie Online: An der Schwelle von der Antike zum Mittelalter: Die Alemannen]
- [http://www.uni-duisburg.de/FB1/GESCHICHTE/AleZeit.htm Zeittafel zur Geschichte der Alamannen]
- [http://www.novaesium.de/glossar/alamannen.htm Geschichte der Alamannen]
- [http://www.alamannenmuseum-ellwangen.de Alamannenmuseum Ellwangen]
- [http://www.weingarten-online.de/kultur/f_museen.html Alamannenmuseum Weingarten]
- [http://www.cityinfonetz.de/alamannen/inhalt.html Landesausstellung Die Alamannen]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_herzoege/alamannen.html Mittelalter-Genealogie: Alamannen]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_herzoege/familie_der_alamannen_herzoege.html Mittelalter-Genealogie: Alamannenherzöge]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_koenige/familie_der_alamannen_koenige.html Mittelalter-Genealogie: Alamannenkönige]
- [http://www.lexhist.ch/externe/protect/textes/d/D8027-1-39.html Historisches Lexikon der Schweiz: Alemannen]
- [http://www.archaeologie-online.de/thema/2001/01/ Archaeologie-online – Die Herkunft der Alamannen]
- [http://als.wikipedia.org/ Alemannische Wikipedia]
- [http://www.alemannisch.de Muettersproch-Gsellschaft]
- [http://www.alemannisches-institut.de Alemannisches Institut Freiburg]
- [http://www.bad-bad.de/gesch/alaman.htm Alemannen im Gebiet von Baden-Baden]
- [http://www.deheim.de/alemannisch/ Alemannisch und Alemannen: Infos & Alemannische Gedichte]
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als:Alamannen
Champa
Die Cham (auch Tscham, in chinesischen Schriften Lin-yi) sind ein Reisbauernvolk im zentralen Vietnam mit eigener Sprache aus der malaiisch-indonesischen Sprachgruppe. Sie sind die Nachfahren des ehemals bedeutenden Königreiches Champa.
Das Königreich Champa entstand im 2.-3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung unter Einfluss Indiens als Handelskolonie. Vom 4. bis zum 14. Jahrhundert herrschten die hinduistischen Cham über Zentralvietnam, d. h. zwischen dem 11. und dem 19. Breitengrad; südl. davon lebten die Khmer, nördl. davon die Kinh (Vietnamesen,anfangs noch unter chin. Herrschaft). Es gab fünf Cham-Provinzen: Inđrapura (zwischen dem Deò Ngang und Huế), Amaravati (bei Huế und Đà Nẵng), Vijaya (bei Qui Nhơn), Kauthara (bei Nha Trang) und Pan Duranga (zwischen Phan Rang und Phan Thiết). Die Hauptrivalen der Cham waren die Khmer mit der Hauptstadt Angkor Thom im heutigen Kambodscha. Der Konflikt mit den Khmer dauerte bis zum 15. Jahrhundert an. Eine wesentliche Bedeutung hatten die Cham und ihre Nachbarn als Sperre für die Ausbreitung der Chinesen nach Süden, die diese seit dem 9. Jahrhundert anstrebten.
Chinesen
Champa wurde im 10. Jahrhundert von den Khmer besetzt und im 11. Jahrhundert von den Vietnamesen. Danach wurde es dem Khmer-Reich einverleibt und erkämpfte sich mit Hilfe von China und Vietnam im Jahr 1167 die Unabhängigkeit zurück. 1177 eroberten die Cham die Hauptstadt der Khmer (Angkor) und hielten die Stellung für etwa 5 Jahre, danach gewannen die Khmer erneut die Oberhand und zerteilten Champa in zwei territorial getrennte Kleinstaaten. Wie die Cham danach ihre Unabhängigkeit erneut erhielten, ist nicht bekannt; sie wehrten sich jedoch gemeinsam mit Vietnam erfolgreich gegen die Angriffe der Mongolen. 1312 wurde Champa dann eine vietnamesische Provinz, der letzte Nachfahre der champanischen Herrscherdynastie floh nach Java.
Um 1500 fiel das Reich Champa in die Hand der Annamiten aus Hinterindien, die über Tonkin nach Süden vorrückten und von den Khmer Cochinchina eroberten. In diesem Volksstamm gingen die Cham und die alten Vietnamesen größtenteils auf. Durch die Annektierung von Cochinchina und Champa durch die Annamiten wurden die territorialen Grundlagen des heutigen Staates Vietnam geschaffen.
1697 starb der letzte Cham-König. Zu der Zeit konvertierten die Cham zum sunnitischen Islam. Heutzutage leben je nach Angabe noch etwa 60.000 bis 100.000 Cham in Việt Nam; sie nehmen damit in der Zahlenhierarchie der Minderheiten den 17. oder 18. Platz ein. Die Cham haben nach wie vor ihre eigenen Schriftzeichen und eine eigene Sprache, sind aber mittlerweile keine Hindus mehr, sondern Muslime. Die unterscheiden sich von den Vietnamesen durch dunklere Haut, lockige Haare und andere Kleidung. So tragen die Frauen etwa dunkle Saris und binden Kopftücher über ihre Kegelhüte.
Bauten der Cham
Anfangs im 4. Jahrhundert wurden Holztempel gebaut, die aber im 7. Jahrhundert von Vietnamesen zerstört wurden. Vom 7. bis zum 13. Jahrhundert wurden sie wieder aufgebaut, und zwar diesmal aus Ziegeln oder auch aus Sandstein. König Indravarman II. (875-896) verlegte die Cham-Hauptstadt in den Norden, wo er Indrapura gründete sowie das Kloster Dong Duong. Indrapura wurde 982 von Le Hoan, einem König der Le-Dynastie, erobert, woraufhin die Cham ihre Hauptstadt nach Vijaya verlegten. Aber auch bis dorthin drangen die Vietnamesen immer wieder vor und eroberten 1471 Vijaya endgültig.
In der Cham-Kunst unterscheidet man sechs Perioden, die nach den Fundorten benannt sind: Mỹ Sơn (frühes 8. Jahrhundert), Hoa Lai (frühes 9. Jahrhundert), Ðồng Dương (spätes 9. Jahrhundert), Trà Kiệu (spätes 9. bis frühes 10. Jahrhundert) und Thap Mam (12. und 13. Jahrhundert). Von den ehemals 250 Cham-Stätten sind nur noch ca. 20 bis 40 erhalten und diese z. T. lediglich als Ruinen.Die besterhaltenen Objekte befinden sich überwiegend in Privatsammlungen oder Museen im Ausland. In Đà Nẵng (Mittelvietnam) gibt es ein Cham-Museum (1915 gegründet, mit fast 2000 Ausstellungsstücken).
Cham-Stätten
- Kloster Ðồng Dương
- Der Talkessel von Mỹ Sơn (UNESCO-Weltkulturerbe; nahe Hôi An) war eine der drei hl. Städte der Cham. Von den insgesamt 70 Gebäuden (Hindutempel und Königsgräber), die franz. Archäologen Ende des 19. Jahrhundert im Tempeltal Mỹ Sơn vorgefunden hatten, sind nur noch Reste von 20 erhalten. Die übrigen sind hauptsächlich durch US-amerikan. Bombardements im Vietnamkrieg zerstört worden.
- In Trà Kiệu (nahe Hôi An) die erste Cham-Hauptstadt Simhapura (vom 4. bis zum 8. Jahrhundert). Heutzutage steht dort, wo einst ein Cham-Tempel stand, eine kath. Kirche.
- Tempel Chien Đan (südl. von Hôi An), stammt aus dem späten 11. und dem 12. Jahrhundert Die drei von verschiedenen Königen erbauten Heiligtümer (jeweils für Shiva, Vishnu. und Brahma) sind nur noch rudimentär vorhanden.
- Thốc Lốc, auf einem Hügel (4 km östl. der Nationalstraße 1) gelegen; die Franzosen nennen den Tempel "la tour d'Or".
- Turm Cánh Tiên, 20 m hoch (25 km nördl. von Qui Nhơn, westl. der Nationalstraße 1), von den Franzosen "Tour de Bronze" genannt, war einst das Zentrum Vijayas.
- Thap Duong Long (Elfenbeintürme, bei Qui Nhơn), 12. Jahrhundert
- Thap Bac (Bánh Ít, Silbertürme; nahe An Nhơn), ein großer und zwei kleinere Cham-Bauten aus dem 11./12. Jahrhundert, auf einem Hügel (östl. der Nationalstraße 1) gelegen. Der große ist ein Shiva, Vishnu und Brahma geweihter Tempel, der kleine daneben ein Agni geweihter Tempel und der kleine, am Hang liegende eine Bibliothek.
- Chà Bàn (im Distrikt An Nhơn), erbaut im 10. Jahrhundert unter König Yanpuku, vom 10. bis zum 15. Jahrhundert die Zitadelle von Vijaya
- Thap Nhan, fast 20 m hoch, auf dem 64 m hohen Nhan-Berg (östl. der Nationalstraße 1, nördl. des Flusses Đà Răng) stehend, der schon im 2. Jahrhundert eine hl. Stätte der Cham war.
- Türme von Po Nagar, vom 7. bis zum 12. Jahrhundert auf dem Marmorberg Cu Lao erbaut (nördl. des Cai-Flusses bei Nha Trang). Auf dem Plateau steht außer dem Hauptheiligtum, das auch als Nordturm bezeichnet wird, ein dem Ganesha geweihter Nordwestturm sowie ein Zentral‑ und ein Südturm (für Cri Cambhu und Sandhaka oder umgekehrt). Po Nagar ist der Name der Muttergöttin der Cham.
- Türme Hòa Lai (14 km nördl. von Phan Rang); erhalten sind nur noch die beiden äußeren Kalane mit etwas Relief, der mittlere fehlt. Seinerzeit gehörten sie zum
- Cham-Fürstentum Pan Duranga, das noch bis ins 17. Jahrhundert halbwegs eigenständig existierte. Der Tempel wurde ursprünglich für Simhavarman III. errichtet, einen Cham-Herrscher, der sich erfolgreich gegen die Mongolen wehrte und daher als Inkarnation Shivas verehrt wurde.
- Phú Hài (7 km entfernt von Phan Thiết), spätes 18. Jahrhundert, zwei Türme und einige Fundamentreste.
- Po Klong Garai (nahe Phan Rang), erbaut Ende des 13. Jahrhunderts unter Jaya Simhavarman III., auf einem mit Kakteen und Dornengestrüpp bewachsenen Hügel gelegen, vergleichsweise gut erhalten. 21 m hoher Kalan (Turmheiligtum) sowie drei weitere der ursprünglich wohl sechs Türme inkl. einer Bibliothek, deren Dach büffelhornartige Abschlüsse hat.
- Pô Rô Mê
Weblinks
Phan Rang]
- [http://gilkergu.club.fr/champa/champa.htm#Champa Cham-Stätten (detailliert; französisch)]
- [http://whc.unesco.org/pg.cfm?cid=31&id_site=949 Mỹ Sơn als UNESCO-Weltkulturerbe]
- [http://www.vietnamtourism.com/e_pages/tourist/tourspot/monumade/ph_th/fr_myson.htm Mỹ Sơn (engl.)]
- [http://www.danang.gov.vn/home/view.asp?id=84&id_theloai=424&id_tin%20=%203325 Champa-Museum in Đà Nẵng (engl.)]
Kategorie:Vietnam
Kategorie:Vietnamesische Geschichte
Kategorie:Kambodschanische Geschichte
ja:チャンパ王国
Geschichte ChinasChina gehört zu den ältesten Zivilisationen und Hochkulturen der Menschheit. Als Träger dieser Kultur und dominierende Volksgruppe haben sich in der Geschichte Chinas die Han-Chinesen etabliert. Schriftliche Aufzeichnungen über die chinesische Kultur reichen über 3.500 Jahre zurück. Im Mythos geht sie ursprünglich auf die drei Urkaiser zurück: Fu-Xi, Shen-Nong und schließlich der Gelbe Kaiser Huang-Di als eigentlicher Kulturschöpfer – ihnen voran gingen 16 irdische und eine Reihe himmlischer Kaiser. Historische Belege für die Existenz dieser Persönlichkeiten gibt es allerdings keine, sie sollen laut Überlieferung vor 5.000 bis 6.000 Jahren gelebt haben.
Für eine schematische zeitliche Übersicht siehe: Zeittafel der chinesischen Geschichte.
Vorgeschichte
Die frühesten menschlichen Funde auf dem Gebiet des heutigen China sind zwei Zähne und Steinwerkzeuge, die in der Provinz Yunnan gefunden wurden (Yuanmou-Menschen); sie werden auf 1,7 Millionen Jahre vor unserer Zeit datiert. Diese frühen Menschen waren Angehörige der Hominiden-Gattung Homo erectus. Auch die späteren Peking-Menschen, von denen zwei gut erhaltene Schädel gefunden wurden und die vor etwa 400.000 Jahren in der Nähe des heutigen Peking lebten, werden den Homo erectus Hominiden zugerechnet. Die zwei Schädel gingen jedoch in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verloren.
Der Homo sapiens, der anatomisch dem modernen Menschen entspricht, gelangte nach der Out-of-Africa-Theorie etwa vor 65.000 Jahren ins heutige Gebiet Chinas. Viele chinesische Wissenschafter bevorzugen aber die These, wonach sich der moderne Mensch weltweit gleichzeitig entwickelt habe.
Auffälligerweise wurden bei allen vorgeschichtlichen Funden relativ wenige Steinwerkzeuge gefunden. Es wird deshalb allgemein angenommen, dass in Asien das leichter zu bearbeitende, jedoch weniger haltbare Material Bambus für den Werkzeugbau verwendet wurde.
Archäologische Funde vor allem im Mittellauf des Gelben Flusses und des Yangtse zeigen, dass die Menschen vor etwa 8.000 Jahren Landwirtschaft betrieben, unter anderem bereits Reis und Hirse anbauten und Keramik herstellten. Die vor kurzem noch in der Fachwelt vorherrschende Ansicht, dass der mittlere Lauf des Gelben Flusses (Hoang-ho) das Kerngebiet der chinesischen Kultur sei, gerät angesichts der Ergebnisse neuer Ausgrabungen am mittleren und unteren Lauf des Yangtse zusehends unter Druck. Mittlerweile geht die Mehrheit der Fachwelt eher von einer multizentralen Entstehungsgeschichte aus.
Antike Geschichte
Hoang-ho
Vor etwa 4000 Jahren existierte die Xia-Dynastie, die angeblich auf den Kaiser Yu zurückgeht. Da es aus dieser Zeit kein direktes, schriftliches Zeugnis gibt und die späteren Berichte nicht besonders zuverlässig sind, wurden die Existenz dieser Dynastie und die der überlieferten Kaiser für lange Zeit von einigen Gelehrten bezweifelt. Die archäologischen Funde scheinen jedoch ihre Existenz zu bestätigen. Es handelte sich bei dieser Dynastie wahrscheinlich um eine Art Stammeszusammenschluss.
Noch zur Zeit der Xia-Dynastie (ab 1766 v. Chr.) soll das Volk der späteren Hunnen entstanden sein: Kia, das 17. Mitglied dieses Herrscherhauses, wurde durch eine blutige Rebellion entthront und zog sich mit einer kleinen Schar in die nördlichen Gebiete zurück.
Hunnen
Abgelöst wurde die Xia-Dynastie von der Shang-Dynastie (ca. 1570 - 1066 v. Chr., auch Yin genannt). Aus dieser Zeit stammen die ersten Funde von Schriftzeugnissen; es wurde bereits Bronze verarbeitet, Wälle gebaut und es gab Pferde-Streitwagen. Die Shang-Dynastie verfügte über eine gut ausgebaute Bürokratie. Zu ihrer stärksten Zeit reichte ihr Einfluss bereits über das gesamte Gebiet des mittleren und unteren Laufs des Gelben Flusses, bis in das Gebiet der heutigen Provinz Liaoning hinein und bis zum Lauf des Yangtse.
Funde legen nahe, dass es parallel weitere eigenständige Kulturen gab. Am bekanntesten sind die aus Gold, Bronze und Jade gefertigten Objekte, die bei Sanxingdui (Chengdu) gefunden wurden.
Chengdu
Die Zhou-Dynastie (1045 - 221 v. Chr.) wird in die beiden Perioden Westliche Zhou-Dynastie und Östliche Zhou-Dynastie aufgeteilt. Letztere wiederum in die Zeit der Frühlings- und Herbstannalen und die Zeit der Streitenden Reiche. Während aus der ersten Periode nur späte Überlieferungen vorhanden sind, gibt es aus der Östlichen Zhou-Zeit viele zeitgenössische Dokumente. Die Zhou-Dynastie war wahrscheinlich ein Zusammenschluss verschiedener kleiner Stämme, die Kleinstaaten bildeten und deren Oberhaupt Zhou war. In der Östlichen Zhou-Zeit nannten sich nur die Zhou-Herrscher König (Wang 王), während sich die anderen Herrscher Gong (公, gewöhnlich als Herzog übersetzt) nannten. Erst in der Periode des Frühlings und des Herbstes begannen die übrigen Herrscher sich ebenfalls König zu nennen, was einen eindeutigen Hinweis auf den Autoritätsverlust der Zhou-Herrscher darstellt.
Ab der Zhou-Zeit ist es auch möglich, historischen Ereignissen eindeutige Jahreszahlen zuzuordnen. Durch den Machtverlust der Zhou-Herrscher fand gleichzeitig eine zunehmende Zentralisierung statt. Anfangs gab es etwa 170 kleine Königreiche, bei denen es zwar nur einen lockeren Zusammenhalt gab, die sich allerdings schon als ein Volk betrachteten - vor allem in Abgrenzung zu den 'Barbaren' der umliegenden Nomadenstämme.
Durch Kriege, Heirat und Diplomatie schlossen sich die Königreiche immer weiter zusammen. Zur Zeit der Periode der kämpfenden Staaten existierten nur noch sieben Königreiche. In jener Zeit wuchsen die Bevölkerungszahlen durch verbesserte landwirtschaftliche Anbaumethoden stark an. Es wurden Waffen aus Eisen benutzt. Die Zhou-Zeit war die Blütezeit der großen Philosophen Chinas.
Kaiserzeit
In den über 2000 Jahren des chinesischen Kaiserreichs wechseln sich Zeiten relativer Stabilität mit Einfällen nomadischer Völker (vor allem aus den nördlichen Regionen) und heftigen Verwerfungen zwischen den Dynastien ab, durch die es zu teils langandauernden Teilungen kam.
Die traditionelle chinesische Geschichtsschreibung legt großen Wert auf die Beschreibung der jeweiligen Hauptdynastien, während die Zeiten der Teilung eher vernachlässigt werden. Nachfolgend findet sich eine Auflistung aller Epochen mit jeweils einer kurzen Beschreibung. Die detaillierten Beschreibungen der jeweiligen Dynastien, Perioden oder Staaten finden sich im ausführlichen Artikel.
Qin-Dynastie (221 - 207 v. Chr.): Einigung des Reiches
Qin-Dynastie
Das Reich Qin war eines der sieben Königreiche am Ende der Zhou-Dynastie. Es verfügte über eine effektive Verwaltung und eine äußerst restriktive Gesetzgebung, die das Leben der Bauern regelte. Durch Intrigen erreichte der Kaufmann Lü Buwei, dass der Prinz Zhuangxiang die Thronfolge erlangte. Dieser ernannte Lü Buwei zum Kanzler.
Nach dem Tod des Prinzen wurde dessen Sohn Zhao Zheng neuer König. Er zeichnete sich durch eine besondere Brutalität aus. Es gab mehrere Attentate, die jedoch scheiterten. In mehreren Feldzügen unterwarf Zheng die anderen Reiche und führte dadurch 221 v. Chr. die Reichseinigung herbei. Er ließ sich als erster Kaiser krönen und nannte sich Qin Shi Huangdi - 'Erster Gottkaiser Qin'. In der Folge wurde eine Reihe von Reformen durchgeführt. Ganz China erhielt das effektive Verwaltungssystem des Reiches Qin. Außerdem wurden Maße und Gewichte standardisiert. Minister Li Si vereinheitlichte die Schrift.
Gegen die Nomadenstämme im Norden und Westen (Hsiung-nu u.a.) ließ er in Zwangsarbeit die große chinesische Mauer durch die Verbindung bereits bestehender Mauern der sieben Reiche errichten. Auch erste Kanäle für den Transport von Waren wurden gebaut.
210 v. Chr. starb Kaiser Qin Shi Huangdi. Er wurde in einer großen Anlage beigesetzt, die berühmte Terrakottaarmee ist eine seiner Grabbeigaben (und eine so "unbedeutende", dass sie in der Geschichtsschreibung nicht einmal Erwähnung fand!). Sein Grab ist bislang ungeöffnet; die bisherige Erkundung ergab, dass es bislang nicht von Grabräubern angetastet wurde. Kurz nach seinem Tod kam es unter seinem Sohn zu Aufständen der Bauern, die in einem Bürgerkrieg zur Gründung der Han-Dynastie führten.
Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.): Konsolidierung des Kaiserreichs
Han-Dynastie
Angesichts der desolaten Zustände im Land versuchten die ersten Han-Kaiser, die Lage durch niedrige Steuern und großzügige Landverteilung zu konsolidieren. Die erfolgreichen Maßnahmen machten die Han-Zeit zu einer Blütezeit der Kaiserperiode. In der Tat war die Han-Dynastie militärisch und wirtschaftlich so erfolgreich, dass man fortan das chinesische Volk auch als Han-Chinesen bezeichnete.
So fällt in ihre Regierungszeit die Angliederung der Volksgruppen im heutigen Südchina (111 v. Chr. Eroberung von Kanton). Mit der Unterwerfung der Kleinstaaten entlang der Seidenstraße entstand eine, allerdings nicht direkte, Handelsbeziehung mit dem Römischen Reich. Gleichzeitig erreichte der Buddhismus auf diesem Weg China.
Zur Staatsphilosophie erhoben die Han-Kaiser jedoch den Konfuzianismus. Er sollte in dieser Funktion in den nächsten zwei Jahrtausenden Gültigkeit behalten.
Die Usurpation des Kaiserthrons durch Wang Mang (8 n. Chr. bis 25 n. Chr) beendete die sogenannte Westliche Han-Dynastie. Ihr folgte die Östliche Han-Dynastie. Die Herrschaft des letzten Han-Kaisers schließlich wurde vor allem durch innere Machtkämpfe im Kaiserhaus und das Erstarken regionaler Militärmachthaber geschwächt. Der Aufstand der Gelben Turbane, angeführt von einer Sekte des Taoismus, stürzte das Land vollends ins Chaos.
Die Drei Königreiche (220 - 280 n. Chr.): Kampf um das Han-Erbe
Die Drei Königreiche
Schon lange bevor der letzte Han-Kaiser abgesetzt wurde, war er zu einem Machtinstrument ambitionierter Warlords, die ihn gefangen hielten, verkommen. Der Staat war in Teile zerbrochen, mit regionalen Kriegsfürsten, die kurzzeitig Bündnisse untereinander eingingen, nur um kurze Zeit später wieder gegeneinander zu kämpfen.
Im Jahre 220, als der letzte Han-Kaiser abtreten musste, hatten sich drei regionale Mächte aus diesen Kämpfen herauskristallisiert: Cao Caos Wei kontrollierten das chinesische Kernland am mittleren und unteren Lauf des Gelben Flusses. Shu (Kanzler Zhuge Liang) hatte sich in der schwer zugänglichen Kesselprovinz Sichuan eingeigelt. Die Wu-Dynastie schließlich kontrollierte das fruchtbare Land südlich des Yangtse und konnte den Strom als natürliche Grenze gegen die starken Wei behaupten.
Durch den sehr populären Roman "Die Geschichte der drei Königreiche" sowie unzählige Theaterstücke sind viele Geschichten und Helden aus dieser Epoche unter den Chinesen so bekannt wie Adam und Eva in der westlichen Welt. Einige der Helden wurden sogar als Götter verehrt oder von späteren Kaisern zu Gottkaisern erhoben.
Beendet wurde diese Zwischenzeit von Sima Yan, einem General der Wei. Er setzte den letzten Wei-Kaiser ab, nahm selbst seinen Platz ein und begründete so die Dynastie der Jin. Die Schwäche der anderen beiden Reiche erlaubte es ihm, das Land nach 60jähriger Teilung und einer noch längeren Zeit der Unruhe wieder zu einen.
Jin-Dynastie (265 - 420): Die kurze Vereinigung
Jin-Dynastie
Die Jin-Dynastie wurde nach kurzer Zeit von inneren Machtkämpfen erschüttert, als zwischen den Brüdern des Kaisers bewaffnete Auseinandersetzungen ausbrachen. Diese Schwäche konnten die Nomaden aus dem Norden (Hsiung-nu) ausnutzen. Mit der Gefangennahme und Hinrichtung des Jin-Kaisers endete die Westliche Jin-Dynastie. Ein Verwandter des Kaisers flüchtete ins heutige Nanjing und gründete die östliche Jin-Dynastie, während das alte chinesische Kernland ins Chaos abdriftete. Die eingefallenen Nomaden konnten keine stabile Regierung errichten, so lösten sich sechs Königreiche in schneller Folge ab.
Am Ende der Jin-Dynastie hatten sich zwei Machtblöcke etabliert: Am Lauf des Gelben Flusses die fremde Nördliche Dynastie und entlang des Yangtse eine nationalchinesische südliche Dynastie. Beide Machtblöcke kämpften in wechselnder Intensivität um das ganze Land, keiner von beiden konnte es jedoch einen.
Als Ergebnis dieser Kämpfe stieg die Macht der Militärbefehlshaber beständig. Im Süden lösten einander innerhalb von knapp 150 Jahren vier Dynastien ab. Alle Wechsel folgten demselben Muster: der Militärbefehlshaber setzte den jeweils herrschenden Kaiser ab und sich selbst an seiner Stelle ein. Im Norden konnten sich dagegen die Nördlichen Wei über längere Zeit behaupten, ihr Reich zerfiel aber schließlich in zwei Teile.
In dieser Periode der Unruhe erlebte eine fremde Religion ihre erste Blütezeit: der Buddhismus verbreitete sich in China. Im Norden waren einige Königreiche sogar dazu übergegangen, ihn als Staatsreligion zu installieren. Auch stammen viele Klöster aus dieser Zeit.
Sui-Dynastie (589-618): Ein kurzes Intermezzo
Sui-Dynastie
Die kurzlebige Sui-Dynastie stellte eine Vereinigung des Landes nach einer fast 300-jährigen Teilung dar. Allerdings führten hohe Steuern und schwere Fronarbeiten, die der Sui-Kaiser den Bauern auferlegte, schnell zu Aufständen, die den Weg für die Tang-Dynastie ebneten. Diese profitierte von Reformen und Bauvorhaben der Sui. Das beste Beispiel hierfür ist der Kaiserkanal, der unter dem Sui-Kaiser Wen Di (581-604) begonnen wurde und bis heute das Yangtse-Delta mit Nordchina verbindet.
Tang-Dynastie (618-907): Der Höhepunkt der Kaiserzeit
Tang-Dynastie
Wie die Han-Dynastie stellt die Tang-Dynastie einen Höhepunkt der chinesischen Kaiserzeit dar. Die Chinatowns in amerikanischen Städten heißen auf Chinesisch Tang-Ren-Jie (Straßen der Tang-Menschen). Auch wenn die Glorifizierung durch die spätere Geschichtsschreibung nicht immer zutrifft - so stellte zum Beispiel die Heirat der Tang-Prinzessin Wen Cheng mit dem Herrscher von Tibet keineswegs einen Akt der Souveränität, sondern eher eine Beschwichtigungspolitik dar - so blieben die ersten 150 Jahre der Tang-Zeit eine friedliche und prosperierende Zeit. Die klassischen fünfsilbigen und siebensilbigen Gedichte erreichten ihre Blütezeit (Dichter Li Bai), auch der Handel mit dem Westen über die Seidenstraße florierte. Das Christentum erreichte zum ersten Mal China. Auch nach Japan und Korea pflegte man intensive Beziehungen. Über den Seeweg erreichte der Zen-Buddhismus Japan.
Eine Schwäche der Tang-Dynastie waren ihre inneren Machtkämpfe. So konnte die einzige Kaiserin in der chinesischen Geschichte, Kaiserin Wu Zetian (reg. 690-705) mit Intrigen und sehr brutalen Methoden an die Macht kommen. Auch der Rebell An Lushan war ein Adoptivsohn des Kaisers. Die Rebellion von An Lushan (756-763) stürzte Tang-China ins Chaos und schwächte die Dynastie auf Dauer.
Der 907 an die Macht geputschte Kaiser der Späteren Liang-Dynastie konnte jedoch keineswegs die Situation kontrollieren. Nicht nur dass bereits sein Sohn von einem neuen Putsch gestürzt wurde, auch hatten sich überall in den fernen Provinzen regionale Militärführer eigenständig gemacht. Innerhalb von knapp 50 Jahren wechselten sich in rascher Folge fünf Dynastien in der Hauptstadt ab.
Westliche Xia-Dynastie
Der Song-Dynastie (960-1279) gelang zunächst die weitgehende Wiedervereinigung Chinas nach einer 53-jährigen Periode innerer Kämpfe (Fünf Dynastien). Als Lehre aus dem Untergang der Tang-Dynastie wurde die Armee unter ein ziviles Oberkommando gestellt. Das ganze Reich, das die chinesischen Kernprovinzen umfasste, war mit Polizeistationen und Ämtern überzogen, die die Zentralmacht des Kaisers sicherstellten. Es wurde Papiergeld ausgegeben und der Seehandel gewann an Bedeutung. Die Song-Dynastie war, nicht zuletzt weil Erfinder vom Staat entlohnt wurden, eine Zeit der kulturellen Blüte und Erfindungen (um 1100 gab es große Eisengießereien, die etwa 150.000 t Eisen und Stahl erzeugten).
Die in der Song-Zeit zu ihrer Blüte entwickelte Gedichtform Ci durchbrach die einheitliche Silbenzahl der Tang-Gedichte, führte Rhythmik in den Vortrag ein und wirkte viel lebhafter und intensiver.
Ein radikalprogressiver Reformversuch des Wang An-schi, um die ungerechte Landverteilung und das korrupte Beamtensystem zu mildern, scheiterte am Widerstand der lokalen Beamten, die sich benachteiligt sahen (1069-85).
Militärisch war die Song-Dynastie eine unentschlossene Dynastie. Nicht nur dass sie den Selbstständigkeitsbestrebungen an ihren Grenzen (Tangutenreich, Nanchao) nichts entgegen zu setzen hatte, bedingt durch das zivile Oberkommando konnte die Nördliche Song-Dynastie auch nichts Wirksames gegen die Liao- und später die Jin-Dynastie in Nordchina unternehmen, so dass im Jahr 1126 die Hauptstadt Kaifeng fiel und der Kaiser Hui-tsung gefangen genommen wurde. Die von einem Verwandten des Kaisers gegründete Südliche Song-Dynastie konnte sich durch den Yangtse als natürliche Grenze und durch eine Beschwichtigungspolitik annähernd weitere 150 Jahre halten.
Obwohl China schon früher öfter von nördlichen Völkern regiert wurde, bildete sich in der Song-Zeit erstmals Nationalbewusstsein. Der Grund dafür lag wahrscheinlich in der Diskriminierungspolitik der Liao- und der Jin-Herrscher, die die Han-Chinesen im eroberten Nordchina zu Menschen zweiter Klasse degradierten. An dieser Stelle tauchte zum ersten Mal in der chinesischen Geschichte der Begriff Nationalhelden (zum Beispiel Yo-Fei) auf.
Yuan-Dynastie (1261 - 1368): Die Mongolen-Herrschaft
Yuan-Dynastie
Dem mongolischen Heer, das den eurasischen Kontinent überrollte, fiel zuerst die Jin-Dynastie zum Opfer, wenig später die Westliche Xia-Dynastie und zum Schluss die Südlichen Song. Kublai Khan errichtete in China die Yuan-Dynastie. Die Yuan-Herrscher setzten die Politik der Rassentrennung fort, was dazu führte, dass sie in China nie richtig akzeptiert wurden. Von der traditionellen Geschichtsschreibung wurden die Yuan-Dynastie und ihre Herrscher allgemein sehr abschätzig beurteilt. Dessen ungeachtet erlebte der Handel mit Zentralasien und darüber hinaus eine Zeit der Blüte. Marco Polo gelangte über die Seidenstraße nach China. Den Plan einer Eroberung Japans machte ein Taifun zunichte.
Ming-Dynastie (1368 - 1644): Ein Land schottete sich ab
Ming-Dynastie
Das chinesische Volk war mit der Fremdherrschaft unzufrieden. Dies führte schließlich zu einer Bauernrevolte (Rote Turbane), durch die die Mongolen zurückgedrängt wurden. Die Ming-Dynastie übernahm 1368 die Herrschaft. China blühte wieder auf. Kunst und Kunsthandwerk, insbesondere die Porzellan-Herstellung (Ming-Vasen), erreichten neue Höhen.
Gründer der Dynastie war Zhu Yuanzhang (Hong Wu). Er legte - nicht zuletzt wohl aufgrund seiner bäuerlichen Abstammung - besonderen Wert auf die Landwirtschaft. Große Latifundien wurden vom Staat konfisziert, aufgeteilt und an Kleinbauern verpachtet. Private Sklaverei wurde verboten. Die Rolle des Kaisers wurde noch autokratischer. Fremde Kaufleute unterlagen den gleichen Restriktionen wie einheimische.
Während der Mongolenherrschaft hatte die Bevölkerung um 40 Prozent auf etwa 60 Millionen abgenommen. Zwei Jahrhunderte später hatte sie sich unter den Ming-Kaisern verdoppelt. Die Urbanisierung nahm zu. Große Städte wie Nanking und Peking trugen zum Wachstum des Handwerks bei.
Die Anfangszeit der Ming-Dynastie war eine Epoche besonderer seefahrerischer Leistungen unter Kaiser Zhu Di und seinem Admiral Zheng He, die China zur technologisch und nautisch führenden Seenation der damaligen Welt machten.
Die späteren Ming-Kaiser nahmen eine defensive Strategie ein. Gegen das aufkommende Piratentum an der Küste und die Emigration nach Südostasien verfügten sie ein Seeverbot, Schiffe durften nur noch einen Mast haben. Um sich gegen die Mongolen zu schützen, ließen sie die Große Mauer reparieren und auf den heutigen Stand bringen. Selbst im Land ließen sie mächtige Schutzwälle um die Städte aufziehen.
Gleichwohl legten die Reisen Zheng Hes den Grundstein für die folgende Besiedlung Südostasiens durch Chinesen und für weiteren Handel über See. 1550 wurde das Seefahrtsverbot (Hai jin) wieder gelockert.
Während der Ming-Zeit wurde der erste westliche Handelsposten von den Portugiesen in Macao eröffnet.
Nach innen errichteten die Ming-Kaiser ein in der chinesischen Geschichte beispielloses Netzwerk von Geheimdiensten, bald angeführt von mächtigen Eunuchen. Als der letzte Ming-Kaiser Chongzhen an die Macht kam, versuchte er, die Macht der Eunuchen zu beschneiden und durch eine Landreform die Not der Landbevölkerung zu lindern. Dennoch kamen die Maßnahmen zu spät. Als in der Provinz Shaanxi die Bauern rebellierten, war die Situation nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. Der Kaiser erhängte sich, als die Aufständischen in Peking einmaschierten.
Der General Wu Sangui, der die Chinesische Mauer nordöstlich von Peking bewachen sollte, rief die Mandschu zu Hilfe und öffnete die Tore der Mauer für die Qing-Armeen.
Qing-Dynastie oder Mandschu-Dynastie (1644 - 1911): Die letzte Dynastie
Qing-Dynastie
Qing-Dynastie
Die Mandschu gründeten nach dem Sturz der Ming-Dynastie 1644 die letzte chinesische Dynastie. Bis Ende des Jahrhunderts hatten sie ihre Macht im ganzen Territorium, das die Ming beherrscht hatten, konsolidiert und mit erheblichem Aufwand um Xinjiang, Tibet und die Mongolei erweitert. Der Schlüssel zum Erfolg war die Kombination aus kriegerischer Begabung der Mandschu und chinesischer Verwaltung.
Unter den Qing wurden einige herausragende kulturelle Leistungen vollbracht. Unter Kaiser Kangxi wurde das größte Wörterbuch zusammengestellt, und unter Kaiser Qianlong wurde ein Lexikon aller wichtigen kulturellen Arbeiten geschrieben. Das berühmte Buch "Der Traum der roten Kammer" stammt ebenfalls aus dieser Periode. Die Fortschritte in der Landwirtschaft ermöglichten zwischen 1700 und 1800 eine Verdoppelung der Bevölkerung von 180 Millionen auf 400 Millionen. 1759 erreichte das Chinesische Reich mit 11,5 Millionen km2 die maximale Ausdehung in seiner gesamten Geschichte und war somit deutlich größer als heute.
Trotzdem ist es eine verbreitete historische Ansicht, dass die Qing den Niedergang der Ming nur fortgesetzt haben. Um ihre Herrschaft zu festigen, setzten die frühen Qing-Kaiser gezielt Intellektuelle unter Druck. Grausame Strafen wie zum Beispiel die Vernichtung des gesamten Hauses wurden bereits wegen Verwendung bestimmter Wörter verhängt. Im 19. Jahrhundert erlebte China massive soziale Spannungen. Eine Folge von Naturkatastrophen in Verbindung mit vermehrtem Druck der Europäer (vor allem Englands), die Wirtschaft in den entstehenden Weltmarkt zu integrieren, führte zur Verarmung der Massen.
Der Versuch, sich gegen das zunehmend übermächtige Ausland und seine Freihandelspolitik abzuschotten, schlug fehl. Großbritannien setzte im Ersten Opiumkrieg und im Zweiten Opiumkrieg das Recht durch, mit Opium handeln zu dürfen. China musste weitere "Konzessionen" an ausländische Mächte abgeben und im Vertrag von Nanking 1842 Hongkong sowie weitere Vertragshäfen an Großbritannien abtreten.
Der Taiping-Aufstand und Nian-Aufstand sowie von Russland unterstützte islamische und separatistische Bestrebungen in der Mongolei und Xinjiang brachten die Qing-Dynastie in Bedrängnis und konnten teilweise nur mit ausländischer militärischer Hilfe niedergeschlagen werden. Damit geriet China mehr und mehr auf das Niveau einer Kolonie. Das über zwei Jahrtausende andauernde Kaisertum war in einer schweren Krise: Die konfuzianische Herrschaft stützt sich vor allem auf das Ansehen des Kaisers - die letzten Kaiser der Qing-Dynastie mussten zu viele Gesichtsverluste hinnehmen und büßten erheblich an Prestige ein. Vor allem in den letzten Jahren des ausgehenden 19. Jahrhundert kam es zu einer Demütigung Chinas nach der anderen: 1895 die Niederlage gegen Japan, der außer Kontrolle geratene Boxeraufstand 1900 und das mit ihm verbundene Boxerprotokoll von 1901. Die Qing-Dynastie war Anfang des 20. Jahrhunderts am Ende und musste dem Ruf nach Reformen nachgeben.
Zwar versuchten die Qing-Kaiser zunächst noch mit Modernisierungsbestrebungen gegenzusteuern, zum Beispiel mit der so genannten Kampagne zur Selbststärkung. Konservative Kräfte, allen voran Kaiserinwitwe Cixi vereitelten das, indem sie 1898 einen Militärputsch anzettelten und die Reformer ihrer Ämter enthoben (beispielsweise den Kaiser Guangxu, siehe auch: Hundert-Tage-Reform). Korruption lähmte die Armee; so wurden die modernisierten Truppen in mehreren Kriegen vernichtend geschlagen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Qing-Dynastie in Trümmern. Im Land hatten sich zwei Oppositionsbewegungen gegründet: zum einen die Gemäßigten, die eine Reform des Kaisertums hin zu einer konstitutionellen Monarchie im Sinn hatten, zum anderen die Revolutionäre, die das Kaisertum endgültig beseitigen und China zu einer Republik machen wollten.
Republik China und letztes Kaiserreich (1912 - 1949)
Die Monarchie geht zu Ende
1911 kam es zum Ende der Qing-Dynastie und des letzten Kaisers, Pu Yi. Der General Yuan Shikai verhandelte einerseits mit den Revolutionären unter Sun Yatsen, der am 1. Januar 1912 die Republik China ausrief, andererseits setzte er das Kaiserhaus unter Druck. Um einen Bürgerkrieg und unnötiges Blutvergießen zu verhindern, verzichtete Sun auf das Präsidentenamt zugunsten Yuans, falls dieser die Dynastie kampflos zum Verzicht bewegen konnte.
Yuan Shikai war ein Mann der Tradition. Als bekannt wurde, dass er 1915 selbst den Kaiserthron besteigen wollte, rebellierten nicht nur die Provinzen, selbst seine eigenen Generäle versagten ihm die Unterstützung. Zutiefst enttäuscht und gekränkt starb Yuan kurz darauf am 6. Juni 1916. Für zwei Wochen wurde 1917 nochmals Pu Yi restauriert.
In der Folgezeit kam es zu diversen Aufständen. Die mächtige Beiyang(Peking) Armee von Yuan Shikai zerfiel in mehreren Fraktionen, die einander bekämpften (Nördliche Militaristen). Viele Südprovinzen erklärten sich für unabhängig. Sun Yatsen († 12. März 1925) versuchte, in Kanton eine eigene Machtbasis aufzubauen, um seine Ideale einer Republik wieder herzustellen (ab 1921).
Dies endete im chinesischen Bürgerkrieg.
Der erste Weltkrieg
1917 wurde China nach der Erklärung des U-Boot-Kriegs durch das Deutsche Reich in den Ersten Weltkrieg einbezogen, indem es den Mittelmächten Deutschland und Österreich-Ungarn den Krieg erklärte. China sandte jedoch keine Truppen auf den europäischen, kleinasiatischen oder afrikanischen Kriegsschauplatz. Die inneren Wirren hielten es davon ab und außerdem war Chinas einziges Motiv, überhaupt in den Krieg einzutreten, die Angst vor Japans harter imperialistischer Interessenspolitik. Im November 1914 hatten die Japaner kurz nach ihrem Eintritt in den Weltkrieg die deutsche Kolonie Kiautschou/Tsingtau an Chinas Küste eingenommen. Japan hatte nun Appetit auf neue Eroberungen bekommen. China wollte den Beistand der europäischen und amerikanischen Alliierten des Weltkriegs, um sein Territorium gegen Japan zu sichern - und diesen Beistand wollte es bekommen, indem es den Feinden der Alliierten den Krieg erklärte.
Japanische Expansion und Zweiter Weltkrieg
Alliierte
Japan eroberte 1931 die Mandschurei und errichtete dort 1932 den Marionettenstaat Mandschuko mit Pu Yi als Kaiser. 1937 setzten die Japaner die Eroberungen fort und es kam zum zweiten sino-japanischen Krieg. Der Krieg endete erst 1945 mit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Im zweiten Weltkrieg hatte China die zweitgrösste Opferzahl von allen beteiligten Nationen (grösste Opferzahl hatte Russland) (siehe auch: Massaker von Nanking, Einheit 731). Der im Kampf gegen Japan ruhende Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalisten flammte danach erneut auf. 1949 besiegten die Mannschaften Mao Zedongs endgültig die Kuomintang unter Chiang Kai-shek. Die Nationalisten flohen auf das erst kürzlich von Japan zurückgewonnene Taiwan, wo die Republik bis heute fortbesteht. Auf dem Festland wurde die Volksrepublik China gegründet.
Volksrepublik und Taiwan
Nach dem Sieg der Kommunistischen Partei über die Kuomintang im chinesischen Bürgerkrieg wurde am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausgerufen. Die neue Regierung übernahm schnell die Kontrolle über das jahrzehntelang von Kriegen heimgesuchte Land und formte einen Staat nach dem Vorbild der Sowjetunion.
Erfolge bei der Bekämpfung der Inflation und dem Wiederaufbau der Infrastruktur bescherten der kommunistischen Führung eine gewisse Popularität. Die darniederliegende Landwirtschaft wieder so weit aufgebaut, dass China sich selbst versorgen konnte. Maschinen, ja teilweise selbst einfachste Werkzeuge fehlten, der Wiederaufbau erfolgte mit bloßen Händen. Es war eine Zeit der großen Entbehrungen.
Unter dem Slogan "Lasst hundert Blumen blühen" wurden 1957 Vorschläge und Kritik von der Bevölkerung gefördert. Die chinesischen Intellektuellen nutzten die Gelegenheit und ließen die Tradition der chinesischen Beamten, den Staat frei zu kritisieren, wieder aufleben. Das wurde der kommunistischen Partei schnell zu viel und die gebildete Schicht wurde aufs Land umgesiedelt oder interniert.
Außenpolitisch kam es 1965 zum Bruch mit dem Verbündeten Moskau. Ohne den Ostblock war China nun plötzlich international isoliert.
Industrialisierung (ab 1958) und Kulturrevolution (1966 - 1976)
Im Versuch, schnell die Industrie- und Landwirtschaftsproduktion zu verbessern, wurde von Mao Zedong 1958 ein neues Wirtschaftsprogramm, der sogenannte Große Sprung Nach Vorn verkündet. Diese Politik der Bildung landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften, der Volkskommunen, und der Errichtung tausender industrieller Produktionsbetriebe auf dem Lande scheiterte. Der erzeugte Stahl war nur minderer Qualität und das Chaos der Umstrukturierung endete in einer Hungersnot, die Schätzung der Totenzahlen geht in die Millionen.
Als Mao nach diesem Fehlschlag in die Defensive gegenüber pragmatischeren Parteigenossen geriet, inszenierte er 1966 die Kulturrevolution (auch"Große Proletarische Kulturrevolution" genannt), die das Land in ein Jahrzehnt von Anarchie und Chaos stürzte. Junge Rote Garden zerschlugen, was Bürgerkrieg und Japaner vom reichen chinesischen Erbe übrig gelassen hatten. Besonders hatte Tibet zu leiden, wo ein Großteil der Klöster und historischen Stätten blind zerstört wurde. Die gesamte Kultur, die nicht in das proletarische Schema paßte, Literatur, Musik, Malerei, wurde unterdrückt, verboten, zerstört.
Die Außenpolitik jener Zeit war von Isolation, besonders dem Chinesisch-Sowjetischen Zerwürfnis gekennzeichnet. In den Vereinten Nationen war nach 1945 die ROC (also Taiwan) als Nachfolger der chinesischen Republik vertreten. Seit 1960 gab es von verschiedenen Staaten des Ostblocks, unter anderem Albanien, den Versuch, Taiwan den Status als einziger legitimer chinesischer Staat abzuerkennen und statt dessen die Volksrepublik anzuerkennen und als Mitglied in die UNO aufzunehmen. Dies hatte allerdings erst am 25. Oktober 1971 Erfolg (UN-Resolution 2758). Durch die Aufnahme vieler neu gegründeter afrikanischer Staaten war das Gewicht in der Volksversammlung zu Gunsten von Peking verschoben worden.
UN-Resolution 2758
Die USA entdeckten im isolierten China einen potentiellen Verbündeten gegen Moskau. Die Annäherung an die USA stand in völligem Gegensatz zum erklärten Ziel Chinas, durch eine "beständige Kulturrevolution" die Welt kommunistisch zu machen. Darüber hinaus waren die Vereinigten Staaten Schutzmacht des Erzfeindes Taiwan. Das Zerwürfnis mit Moskau wog jedoch schwer genug, den Schritt zu gehen und Kontakte in Richtung USA zu knüpfen. 1972 reiste US-Präsident Richard Nixon mit der amerikanischen Tischtennis-Nationalmannschaft nach China, daher die Bezeichnung Ping-Pong-Diplomatie.
Die Wirtschaftliche Modernisierung (seit 1976)
Mao Zedong starb 1976. Für kurze Zeit kam die sogenannte Viererbande unter der Führung von Maos Witwe Jiang Qing an die Macht und versuchte, an die Kulturrevolution anzuknüpfen.
Nach der Zerschlagung der Viererbande übernahmen andere Politiker die Regierung, allen voran Deng Xiaoping. In dieser Phase wurden die Beziehungen zum Westen weiter verbessert, die VR China wurde international anerkannt.
Das Land wurde auf den Weg zur "sozialistischen Marktwirtschaft" gebracht, Reichtum galt nun als chic. Sonderwirtschaftszonen wurden versuchsweise an der Küste eingerichtet, um in eng begrenzten Räumen zu experimentieren. Die Volkskommunen wurden aufgelöst, und Bauern war es erlaubt, auf eigene Rechnung zu wirtschaften. Chinas Wirtschaft gehört seitdem zu den am schnellsten wachsenden der Welt. Die Schattenseite ist eine verstärkte Umweltzerstörung, eine wachsende Schere zwischen arm und reich, immernoch mangelnde Rechte der arbeitenden Bevölkerung, und grassierende Korruption innerhalb der neuen Generation in KP und Militär.
Der Wandel der Konzepte und der wirtschaftliche Aufschwung sorgte auch für viele innerchinesische Diskussionen um den richtigen Weg. Die Demokratisierungsbewegung endete jedoch abrupt, als sich 1989 demonstrierende Studenten und die Volksbefreiungsarmee eine Schlacht auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) lieferten, die blutig endete. Die Übertragung des Ereignisses im internationalen Fernsehen hat China weltweite negative Aufmerksamkeit beschert.
Nach dem Tod Deng Xiaopings 1997 hat eine jüngere Führungsgeneration die Aufgabe, den Balanceakt zwischen Marktwirtschaft und kommunistischer Staatsform zu schaffen. Diese "dritte Generation" trat 2003 "hinter den Bambusvorhang", also sozusagen in den Hintergrund, zurück und machte einer neuen, zumindest vorläufigen "vierten Generation" Platz. Ministerpräsident Wen Jiabao hielt als Vertreter dieser Generation auf dem Volkskongress 2004 eine erstaunliche Rede, die, auf die neuen sozialen Spannungen im Land eingehend, eine Trendwende einläuten könnte. In der Zukunft könnte das reine Mengenwachstum der Volkswirtschaft durch eine Berücksichtigung auch ökologischer Aspekte abgelöst werden.
Hong Kong und Macao
Volkskongress 2004
Am 1. Juli 1997 wurde Hongkong chinesische Sonderverwaltungszone.
Am 1. Dezember 1999 folgte das bis dahin portugiesische Macao als zweite Sonderverwaltungszone.
Taiwan (seit 1949)
Volkskongress 2004
Nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg zieht sich die Kuomintang auf die Insel Taiwan zurück und ruft dort 1950 erneut die Republik China aus. Im UN-Sicherheitsrat nimmt den chinesischen Sitz zuerst die Republik China auf Taiwan ein. 1971 wird Taiwan jedoch zugunsten der Volksrepublik China aus der UNO ausgeschlossen, die VRC übernimmt als Atommacht auch den Platz im Sicherheitsrat.
Aus Rücksicht auf Pekings Ein-China-Politik brechen die USA 1978 ihre offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab, viele andere Staaten tun das gleiche. Viele Länder sind nun über "Kulturinstitute" auf Taiwan vertreten.
1987 hebt die Kuomintang das Kriegsrecht auf, seitdem findet eine Demokratisierung statt. 1992 werden erstmals freie Parlamentswahlen und 1996 direkte Präsidentschaftswahlen durchgeführt.
Im März 2000 gewinnt Chen Shui-bian die Präsidentschaftswahlen; er wird der erste Präsident, der nicht von der Kuomintang gestellt wird. Die Kuomintag verliert die Parlamentswahlen im Jahr 2001 und geht in die Opposition. Die Fortschrittspartei (DPP) von Präsident Chen Shui-bian wird stärkste Partei, es wird eine Koalitionsregierung gebildet.
2005 finden über Chinesisch-Neujahr das erste mal wieder Direktflüge von der Volksrepublik nach Taiwan statt. Der chinesische Volkskongress verabschiedet ein Gesetz, dass China das Recht einräumt, gegen Taiwan militärisch vorzugehen, sollte es die Unabhängigkeit erklären. (In Taiwan existiert gleichzeitig ein Gesetz, das der Insel das Recht einräumt, die Unabhängigkeit zu erklären, sollte es jemals von der Volksrepublik militärisch bedroht werden.) Im Mai besucht Oppositionsführer Lien Chan die Volksrepublik. Das Medienereignis wird von der Propaganda der Volksrepublik groß gefeiert. Es ist möglicherweise ein weiterer Schritt der Annäherung.
Literatur
- The Cambridge History of China, herausgegeben von Denis Twitchett, John Fairbank und anderen, 15 Bde. (zum Teil in Doppelbänden), Cambridge 1978-1999. Grundlegendes Werk, welches eine umfangreiche und detaillierte Darstellung der chinesischen Geschichte vom Beginn bis zur Gegenwart bietet.
- GEO-Epoche: Das alte China. Hamburg 2002. ISBN 3-570-19352-7 Bebilderte, populärwissenschaftliche Darstellung.
- C.P. Fitzgerald: China. Von der Vorgeschichte bis zum 19. Jahrhundert. Zürich 1967
- Herbert Franke, Rolf Trauzettel (Hrsg.): Das Chinesische Kaiserreich. Frankfurt a.M. 1999 (12. Aufl.). Fischer Weltgeschichte Bd. 19. ISBN 3-596-60019-7 Teilweise veraltete, aber gut lesbare Einführung.
- Jacques Gernet: Die chinesische Welt. Die Geschichte Chinas von den Anfängen bis zur Jetztzeit. Frankfurt Suhrkamp, 1997. suhrkamp taschenbuch Bd. 1505. ISBN 3-518-38005-2
- Charles Reeve / Xi-Xuanwou :Die Hölle auf Erden. Bürokratie, Zwangsarbeit und Business in China, Hamburg 2001, ISBN 3-89401-368-0
- Jonathan D. Spence: Chinas Weg in die Moderne. Frankfurt/M. 1995, ISBN 3763245626
- Fairbank, John: Geschichte des modernen China, München 1989
- Schmidt-Glintzer, Helwig: Geschichte Chinas bis zur Mogolischen Eroberung, München 1999
- Hucker, Charles: Official Titles in Imperial China, Stanford 1985
Siehe auch
- Portal:China
- Nordchina und Südchina
Weblinks
- [http://www.sino-liedtke.de/Chin__Geschichte/chin__geschichte.html Chinesische Geschichte]
- [http://www.jaduland.de/asia/china/index.html Chinesische Geschichte (Mauszeiger zum Öffnen des Menüs auf die rechte untere Bildecke halten)]
- [http://www.uglychinese.org Englisch geschriebene Ostasienseite]
- [http://www.nwc.navy.mil/chinesecs/ Chinesischer Bürgerkrieg 1911-1949]
- [http://www.chinahistoryforum.com/ China History Forum - online englisch Forum für Diskussion der chinesischen Geschichte, beinhaltet chinesische Kriegskunst, Kultur usw.]
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